Cosmo Calexika – Ein Engel auf Rädern / Film und Reiseberichte

Reiseberichte 2020

STERNFÖRMIG in einer besonderen Zeit – Ein Engel auf Rädern 2020

Dienstag, 15. September 2020 _Der Stern wird vollständig
Noch einmal war der Engel auf Rädern mit kölschem Charme unterwegs. Die Sonne scheint und der Engel bekommt nochmal einen Sommertag geschenkt. Es ist die letzte Fahrt in diesem Jahr von „Sternförmig in einer besonderen Zeit“. Heute geht es nach Nieder-Bessingen – Röthges – Laubach – Lauter – Grünberg – Göbelnrod und Ettingshausen. Musik ist in der Licher Altstadt zu hören und vereinzelt sitzen einige Leute draußen vor den Cafés, grüßen oder winken dem Engel zu. Frau Gudrun Schnittke ist wieder beim Start dabei und diesmal heißt es Abschied nehmen.
Cosmo Calexika ist vor Frau Schnittke angekommen und will sie überraschen, taucht den Ort in sphärische Klänge und steigt dann wieder auf´s Dach in den Himmel. Diesmal ist sie sichtbar für alle, die zum Abschied kommen, auch Frau Gudrun Schnittke kennt das jetzt schon, dass sie ihren Blick mal gegen Himmel richten sollte, wenn sie Cosmo entdecken mag.
Die Klänge erfüllen den ganzen Ort und Cosmo bewegt sich, als würde sie durch Wolken gehen, sich mit dem Himmel verbinden und nach den Sternen greifen. Ihr Blick schweift immer mal nach unten, eine Bewegung, ein Lächeln – eine kleine feine Begrüßung von oben, für die, die zum Abschied gekommen sind.
Frau Gudrun Schnittke sorgt wieder für Ordnung und Abstand. Und sie ist neugierig, wie es wohl da oben ist und fragt sich, ob sie auch „in den Himmel steigen“ kann.
Damit auch alles seine Ordnung hat, telefoniert sie mit dem Ordnungsamt, ob es überhaupt erlaubt sei, auf ein Dach zu steigen. Es ist nicht herauszufinden, ob sie eine Erlaubnis bekommen hat, dennoch fasst sich ein Herz und kommt zu Cosmo auf´s Dach.
Die beiden bewegen sich mit Freude aufeinander zu als wäre die Zeit fast angehalten. Ein kleiner Tanz und dann beginnt Frau Schnittke ebenfalls Vermessungen des Abstandes in der Höhe zu machen. Cosmo Calexika winkt dem Publikum zu, kommt herunter und holt ein paar Sterne auf die Erde.
Sie hinterlässt ein paar Worte und kündigt ihre Verabredungen auf der letzten Fahrt an. Gudrun Schnittke hat es auch wieder nach unten geschafft und wird traurig, weil jetzt der Abschied naht.
Dann ist es soweit: für jeden ist ein Stern gelegt, wird besetzt und das Publikum winkt und gibt gute Wünsche mit auf die letzte Fahrt. Und es bleibt dabei: Engel konfrontieren uns mit dem Ungewöhnlichen, zetteln außergewöhnliche Situationen an, um die Menschen zu berühren. So auch bei diesem Mal. Cosmo Calexika fährt an einer Frau vorbei: „Jetzt treff´ ich den Engel auf Rädern ja mal leibhaftig, wie schön…“ Die letzte Fahrt, der Stern wird vollständig. Sterne pflastern den Weg, die Cosmo Calexika hinterlässt, so manches Mal sind ein paar Worte zu finden, wie: „Wofür brennt dein Herz?“, „Grüße aus dem Himmel“ vor einer Bushaltestelle, „Wie schön, dass es Dich gibt“ auf einer Mülltonne – und so lange die Sonne scheint, bleibt es sichtbar, lange noch. Auf ihrer Fahrt besucht sie mehrere Menschen, diese genießen die kölsche Erfrischung – Im Schlosspark in Laubach gibt es einen kleinen Tanz, auf dem Marktplatz in Grünberg eine Schwingungsmessung und die Musik lockte immer wieder hier und da einige Menschen raus an ihre Türen, manche winkten auch aus offenen Fenstern. Ein paar Sterne hat Cosmo choreografisch gelegt, so dass es tatsächlich den Anschein hatte, als wenn sie sie in diesem Moment auf die Erde holt. Mini Wünsch-Dir-was-Seifenblasen werden verteilt und schweben über die Dachspitzen der mittelalterlichen Kulisse hinweg, was Einige in Kindheitserinnerungen schwelgen ließ. Weiter nach Göbelnrod, Sterne auf die Erde geholt und das ein oder andere Lächeln in die Gesichter gezaubert. Eine Freude über die Nachbarschaft sollte durch den Engel zum Ausdruck gebracht werden. Cosmo klingelte bei dem 93jährigen der sich wunderte und freute. Gaben bekam sie mit von der Ernte auf den Weg als Dankeschön und zur Stärkung. Ein paar Häuser weiter freuen sich drei Generationen über die Ankunft des Engels und die Kleinigkeiten wie den Sternenstaub die Cosmo hinterlassen hat. In Ettingshausen wird ein Spielplatz belebt und weiter gehts zu einem Engelstreffpunkt – hier findet eine Ortssegung statt, die Gastgeberinnen bekommen eine Klangdusche und der Engel verschenkt so manche Sterne, Spuren und Geschenke. Es sind etwa fünfzehn Gäste gekommen die sich am Engelstreffpunkt versammelt haben. Ein paar Selfies, ein paar Leckereien und Cosmo macht sich gestärkt wieder auf den Weg.
Durch Nieder – Bessingen nach Lich dreht sie noch einmal eine kleine Abschiedsrunde: am Kino vorbei, trifft einige Menschen an den Kreuzungen und bekommt zu hören: „das hab ich gebraucht, dass mir heute ein Engel begegnet, danke.“
So erleben alle ihre eigenen Geschichten, wenn sie Cosmo Calexika begegnen. Wenn sie sich für einen Moment drauf einlassen.

Sonntag, 16. August 2020 _ Eine Sternfahrt durch die Wetterau
Eine kleine morgendliche Rundfahrt durch Lich: Musik ist zu hören und Cosmo Calexika hinterlässt hier und da Sternenstaub oder ein paar Spuren auf ihrem Weg. Es ist Sonntag, der 16. August 2020 der Himmel ist klar und die Sonne wärmt. Kurz bei der Bäckerei „Inbrunst“ Halt gemacht, ein Lächeln und einen Stern auf die Erde geholt, er war noch Anfang Oktober sichtbar – geht es weiter zum Kino Traumstern. Im Handumdrehen sind Sterne auf dem Vorplatz gelegt und die Strasse ein Stück aufwärts und zurück. Selbst eine Maus, die tot am Boden liegt, wird in einen Stern eingebettet. Das ist wahre, engelhafte Fürsorge!
Nach und nach kommt immer mehr Publikum, um den Engel zu verabschieden, auch einige aus der Licher Fahrrad Gruppe, die den Engel auf ihrem Weg begleiten wollen. Die Sonne strahlt und zaubert den Menschen ein Lächeln ins Gesicht. Es gibt eine herzliche Engel Begrüßung und Cosmo zeigt den Besucher*innen die Postkarte, die sie von Frau Gudrun Schnittke bekommen hat. Frau Schnittke ist im Urlaub in Bad Nauheim. Wie gut, dass Bad Nauheim auf der heutigen Sternenroute liegt. Eine kleine Segnung des Ortes, ein paar Selfies und „gute“ Wünsche werden gemeinsam in den Himmel geschickt. Jetzt kann es losgehen.

Welch ein Bild: ein Engel auf Rädern in Begleitung von einigen Fahrradfahrer*innen – ein kurzer Besuch in der Alten Klostermühle, in Trais und Münzenberg, ein paar Gaben werden unterwegs hinterlassen, Menschen hier und da begrüßt, ein kurzes Gespräch, mal ein paar Worte als Spuren oder Sterne pflastern den Weg. Und an der Burg kleine feine Begegnungen oder eine kurze Rast unter dem Baum im Schatten sitzen. Cosmo ist mittlerweile allein unterwegs, die Licher Fahrrad Gruppe ist vorgefahren. Engel haben einfach auf dem Weg immer mal was zu tun. Unter der Burg geht es weiter durch die Felder nach Rockenberg, welch ein wundervoller Anblick. Ein tag an dem viele auf dem Fahrrad unterwegs sind.
Wieder eine Haustür, ein Blick ein Lächeln, ein Geschenk und Sterne auf die Erde geholt: „Schön, dass es Dich gibt“ ist vor der Haustür zu lesen. Weiter nach Oppertshausen, kurz bei der Seniorenresidenz Halt gemacht und ein paar Sterne auf die Erde geholt, durch Steinfurt an den Rosen und einer alten Dampflock gefüllt mit Menschen vorbei nach Bad Nauheim.
Durch den Kurpark am Wasser entlang, Tretboote mit winkenden Menschen sind sichtbar und Cosmo tauscht hier und da ein Lächeln, einen Blick aus, hinterlässt auf dem Weg: Wofür brennt dein Herz? Einen Stern und weiter geht’s.
Sie entdeckt das Hotel auf der Postkarte, in dem Frau Gudrun Schnittke ihren Urlaub verbringt, sie scheint auf dem richtigen Weg zu sein. Ihr kommen viele Menschen entgegen an diesem sonnigen Tag, ein Antik Markt im Sprudelhof, ein Elvistreffen im Kurpark und unwiderstehlicher Kaffeeduft liegt in der Luft. Mittendrin sitzt Gudrun Schnittke am Schweitzer Milchhäuschen. Sie entdeckt Cosmo Calexika, springt auf und ruft ihr nach, diese fährt zunächst vorbei und durch die Menge von Elvis´ hindurch wieder zurück zum Schweitzer Milchhäuschen.
Die Freude ist groß, als Frau Schnittke und Cosmo sich treffen, die Zeit ist wie angehalten – in Zeitlupe bewegen sie sich aufeinander zu. Große Gesten in Begleitung der Musik des Engels zaubern in die Gesichter drum herum ein Lächeln. Frau Schnittke lädt Cosmo in den Biergarten des Schweitzer Milchhäuschens ein, andere Gäste sind angereist und einige überrascht-irritiert-entzückt über den Anblick dieser zwei. Auch die Licher Fahrrad Gruppe freut sich über das Aufeinandertreffen der beiden und genießt den leckeren Kuchen und Kaffee. Sie nehmen gemeinsam im Cafégarten Platz – eine kleine Rast für den Engel, bevor es weiter geht.
Cosmo Calexika wird noch ein Stück von Gudrun Schnittke aus dem Kurpark begleitet, die Licher Fahrrad Gruppe macht sich auf den Heimweg und Cosmo bricht nach Friedberg auf. In Friedberg angekommen, belebt sie durch ihre Musik und ihren Anblick die Innenstadt, macht eine kleine Rundfahrt bis sie zum Bahnhof kommt. Ein freundlicher Bahnmitarbeiter begleitet den Engel auf einen Bahngleis, der nur durch Treppen erreichbar ist.
Mit dem Zug erfreut sich eine Familie mit vier Kindern an dem Engel und steigt mit ihm in Butzbach aus. Dort angekommen werden gemeinsam noch Wünsche in den Himmel geschickt und es geht weiter durch die Altstadt mit Musik Richtung Griedel, durch Garbenteich nach Eberstadt zum Dorfkulturladen.
Musik ist zu hören, eine Band spielt und der Platz wie der Garten sind voller Menschen, mit Abstand natürlich. Cosmo holt ein paar Sterne auf die Erde, hinterlässt ein paar Worte und trifft den Bürgermeister Dr. Julien Neubert. Das ein oder andere Lächeln, Spuren, Geschenke und ein paar Selfies beleben den Ort, bevor der Engel gestärkt durch einen traumhaften Eiskaffee sich wieder auf den Weg macht.
Engel konfrontieren uns mit dem Ungewöhnlichen, sie zetteln außergewöhnliche Situationen an, um die Menschen zu berühren.

Freitag, 17. Juli 2020 _Traumsternroute
Der Engel ist leider verhindert. Frau Gudrun Schnittke ist pflichtbewußt zur Stelle und teilt dem Publikum mit, dass die Traumsternroute nicht stattfinden kann. Es ist schwer für sie, das zu sagen, weil es selbst überaus traurig findet. Der Engel verbreitet immer einen Glanz in ihrem ordentlich aufgeräumten Leben. Die letzten beiden Abfahrten vom Kino Traumstern hat Frau Schnittke als engels-gleich erlebt. Und nun so was! Was für eine schwere Aufgabe. Aber sie meistert sie. Räumt noch den Ort ein wenig auf und geht dann ein wenig betrübt nach Hause.
Die dritte Sternentour wird zu einem anderen Zeitpunkt nachgeholt. Der Engel hat die Verabredungen vertröstet und Kleinigkeiten an die Menschen, die sie besuchen wollte, verschickt.

Samstag, 27. Juni 2020 _Weltenwandel
Die Sterne sind bereits gelegt, das Fahrrad von Cosmo Calexika steht sichtbar abfahrbereit und eine sphärische Musik ist am Vorplatz des Kino Traumstern zu hören. Nur: „Wo ist Cosmo Calexika?“, fragt sich Frau Gudrun Schnittke und wartet erstmal vergebens.
Die Besucherinnen werden von der akribisch-genauen Gudrun Schnittke bei ihrer Ankunft diesmal nicht nur begrüßt, sondern auch befragt, woher sie kommen und aus welchem Anlass sie da seien. Sie habe den Auftrag bekommen eine Liste zu erstellen. Man erwarte so viele Menschen und da dürfe es ja nicht unübersichtlich werden. Die Besucherinnen verzetteln sich zusammen mit Frau Schnittke ganz offensichtlich mit den recht irdischen, fast schon unsinnig erscheinenden Fragen und Aufgaben. Denn der Engel ist von Anfang an da, auf dem Dach des Kinos bzw. der Kinokneipe, also Richtung Himmel. Cosmo Calexika schwebt fast über dem Ort, ist mal hier, mal dort und zwischendrin. Mit butohesken Bewegungen schwebt Cosmo mit Leichtigkeit über allem und allen. Und: bleibt fast 20 Minuten unentdeckt.
Welche Freude, als die ersten Besucherinnen den Engel entdecken. Da kommt Glanz in die Augen und die ganze Szenerie. Frau Schnittke hat es noch nicht mitbekommen und läuft die Strasse auf und ab, hält Ausschau nach dem Engel. Cosmo wird zur Freundin, ja zur Komplizin der Anwesenden und bedeutet ihnen, Frau Schnittke nichts zu verraten. Ach, wie oft geht es den Menschen doch genau so im „echten Leben“: Sie beschäftigen sich „hier unten“ mit allerlei unsinnigen Aufgaben, die sie für wichtig halten. Oft bleibt lange verborgen, was Freude, Leichtigkeit und ein wenig Zauber in den Alltag bringen kann. Es ist ja da, wir müssen nur genauer hinschauen. Cosmo kommt langsam unsichtbar herunter und schleicht sich von hinten an. Mit den Armen nimmt sie Schwung und schiebt „Energie“ mit ihnen vor, eine Art Luftzug ist zu spüren. Dann bemerken die Besucherinnen, dass der Engel da ist.
Cosmo schwebt fast auf dem Vorplatz, lässt sich auf einem der Sterne nieder, fast wie auf einem Podest. Und die Freude von Frau Schnittke ist groß, dass es endlich losgehen kann. Der Engel begrüßt die Besucher*innen und Frau Schnittke schaut, dass auch alle Regeln des Abstands befolgt werden. Der 27. Juni ist Weltdufttag – mit einem Duftspray belebt Cosmo den Ort, Orangenduft bevor sie die Wünsche verteilt und es losgeht auf die 2. Tour, durch die Licher Altstadt, Richtung Bettenhausen, Bad Salzhausen und Hungen.
Diesmal begleitet Frau Gudrun Schnittke den Engel, zumindest bis zum nächsten Ort, der Buchhandlung Eckschuster. Da regelt Frau Schnittke ebenfalls den Abstand und den Verkehr, während der Engel Sterne auf die Erde holt und Fragen mit auf den Weg gibt, wie z.Bsp.: Was liegt Dir am Herzen? Was ist Glück für Dich? Lebst Du den Augenblick? Wofür brennt dein Herz?… Cosmo Calexika fährt weiter Richtung Taschen- und Lederwaren Dörmer und verabschiedet sich von Frau Schnittke. Dörmer hat heute das letzte Mal einen Räumungsverkauf und es wird ein Abschied der Licher Altstadt. Der Ort wird von Cosmo zum „Guten Loslassen“ und „Mut für das Neue zu schaffen“ gesegnet. Danach geht es weiter an der Wundertüte und Musikhaus Heller vorbei, zu Rad Schmidt. Ein kleines Lachen, ein Blick ein Stern und ein Duftsträußchen hinterlässt sie den Mitarbeitern. Noch bei der Schneiderin ein Sträußchen hinterlassen und weiter geht es über den Bahnübergang aus Lich raus Richtung Bettenhausen.
Dort gibt es einen 60igsten Geburtstag und die Jubilarin wird mit kleinen Geschenken, Sternenstaub und Worten überrascht. Weiter geht’s und Cosmo hinterlässt Spuren hier und da, an einer Kreuzung, auf einer Verkehrsinsel, an einer Bushaltestelle, ein Blick ein Lächeln oder auf ihrem Weg. Es bleibt solange, bis der Regen es wegspült. In jedem Augenblick des Glücks und der Freude, liegt auch ein Stückchen Wehmut.
Manchmal hält sich der Engel an Orten länger auf und vergißt die Zeit, so hat er es nicht mehr nach Bad Salzhausen geschafft, da es eine weitere Verabredung in Hungen gab. Ein andermal.
In Hungen darf der Engel einer besten Freundin Herzensgeschenke übergeben. Die Übergabe findet am Brunnen auf dem Marktplatz statt, bevor Cosmo es dieser Freundin nach Hause bringt. Mit Abstand und Mundschutz natürlich.
Auf zum Hungener Schloss, da gibt es mehrere Treffen mit einigen Bewohnerinnen, ein Schwätzchen hier und ein Stern dort, ein paar Worte und kleine Geschenke, bevor sich der Engel wieder auf den Weg Richtung Lich macht. An der Strasse winken und Hupen immer mal die Vorbeifahrenden, die meisten freuen sich. Durch Langsdorf mit einigen Spuren auf der Hauptstraße und dem Schulhof, fährt der Engel zurück nach Lich – in der Wurstfabrik wird Halt gemacht bei Meike Dietz, beim Musikhaus Heller und Perpedes ein Duftsträußchen hinterlassen und der Ausklang bei Dörmer noch erlebt. Hier sind nur noch ein paar wenige gute Freundinnen der Besitzerin. Cosmo schickt mit ihnen noch ein paar Gute Wünsche für den Abschied in den Himmel.

Sonntag, 14. Juni 2020 Es ist die Eröffnung des 28. Kultursommer Mittelhessen. In diesem Jahr ist alles anders und so startet der Mittelhessische Kultursommer mit der Performance von Karla Katja Leisen „STERNFÖRMIG in einer besonderen Zeit – ein Engel auf Rädern“. Die Performance findet draußen statt und der Engel Cosmo Calexika hinterlässt im ganzen Landkreis Gießen bis Wetzlar, Hungen, Gießen, Friedberg und Laubach Spuren, Sterne und Worte wie kleine Geschenke.
Beim Start am Kino Traumstern in Lich ist der Engel diesmal nicht alleine, Frau Gudrun Schnittke ist dabei, Ines Susanne Schmid, eine Clownkollegin. Frau Schnittke hat den Auftrag für Ordnung und Abstand zu sorgen.

Gudrun Schnittke trifft Cosmo Calexika
Frau Gudrun Schnittke ist pünktlich, richtet sich vor dem Kino Traumstern ein und ist gespannt auf die kommenden Gäste. In Zeiten wie diesen muss sie für Ordnung und Abstand sorgen, denn Engel haben da so ihre eigenen Gesetze. Sie weiß ganz genau: wenn ein Engel auftaucht, geschieht nie das „Normale“ weiter, sie muss gewappnet sein und weist direkt mittels zweier Messgeräte die ankommenden Gäste ein. Dabei verheddert sie sich das ein oder andere Mal. Punkt 11:00Uhr und der Engel ist immer noch nicht da. Warten. –
Cosmo Calexika ist ein Engel mit kölschem Charme. Sie taucht manchmal so schnell in den Straßen auf, wie sie wieder verschwindet. Verführt für einen Moment, berührend wie absurd, charmant und manchmal ganz schön frech. Ist Ihnen schon mal ein Engel auf einem Fahrrad begegnet? Die sind eher jenseits und zwischen den Welten unterwegs. Frau Gudrun Schnittke hingegen ist eine Frau aus dem Volk. Sie kümmert sich, ist nicht abgehoben, kennt die Regeln und fühlt sich für ihre Einhaltung mitverantwortlich. Sie lässt sich nicht von jeder/jedem segnen, sie mag zwar Engel und ist ganz süß aufgeregt, wenn sie einfliegen. Aber Segenszeremonien sind ihr suspekt. Sie ist diesseitig. Dem Volke zugewandt, und dem Machbaren. Diese zwei Figuren könnten unterschiedlicher gar nicht sein.
Wie aus dem Nichts: Musik erklingt und der Engel kommt auf seinem E-Bike angefahren. Frau Schnittke freut sich, endlich kann es los gehen.
Cosmo Calexika beginnt, Sterne zu legen für jede Person, die anwesend ist. Frau Schnittke achtet darauf, dass der Abstand eingehalten wird, was gar nicht so einfach bei dem Tempo dieses Engels ist. Engel konfrontieren oft mit dem Ungewöhnlichen und zetteln außergewöhnliche Situationen an. Und es entsteht in der Abgrenzung ein kleines Tänzchen, begleitet von einem Walzer. Stille. Durchatmen.
Sibylle Atzbach (Vorsitzende) vom Kultursommer Mittelhessen begrüßt das Publikum und greift die Sterne in ihrer Rede auf, die den Weg des Kultursommers in Mittelhessen pflastern werden. Eine Segnung wird von Cosmo vollzogen, ein paar Selfies noch gemacht und es kann los gehen. Musik ertönt, ein Seifenblasen-wünsch-dir-was liegt in der Luft und der Engel macht sich auf den Weg. Das Publikum winkt und die Sonne scheint weiter. Die erste Tour von Cosmo Calexika führte durch Pohlheim, vorm Rathaus werden Spuren mit aufmunternden Worten sichtbar, dann geht es weiter über Watzenborn-Steinbach, Linden und Hüttenberg. Auf dem Weg wird eine Verkehrsinsel verschönert, Sterne gelegt und in Hüttenberg am Secondhandladen Halt gemacht – sichtbar bleiben ein paar Worte und Geschenke. Weiter geht’s durch den Wald nach Wetzlar am Hospiz und Krankenhaus vorbei in die Altstadt von Wetzlar, zum Dom und diversen anderen Inseln und Oasen. Die Musik erklingt in der Altstadt und belebt die Atmosphäre auf den Strassen, ein Tanz auf Distanz mit einem Café Besitzer zaubert den , ein Ritual im Labrinth auf der Insel, ein Lächeln hier und da, kleine Geschenke an der Lahn verteilt und eine feine Begegnung am Dom. Der Engel trifft lauter erfreute Menschen, auf den Weg zum Bahnhof. Auf dem Bahnsteig wundern sich die Leute, dass ein Engel mit ihnen auf den Zug wartet. Im Zug, mit Mundschutz, geht es über Gießen zurück nach Lich.
Eine kleine Anekdote im Nachhinein: letzte Woche rief mich ein Bauer aus Pohlheim an, ob ich mich erinnere, dass er in Pohlheim dem Engel begegnet sei. Er wolle mir jetzt nach fünf Monaten nochmal telefonisch danke sagen und sei immer noch ganz gerührt von der Begegnung im Juni. Er meinte in ein Loch gefallen zu sein, evtl. in eine Depression, so dass er gar nicht wußte wo oben noch unten sei. Als Cosmo Calexika ihm begegnet sei, hätte sie gerade einen Stern auf die Erde geholt, das hätte ihn erst höchst irritiert, dann aufgemuntert und berührt. Er hat in diesem Jahr ein zweites Mal Sonnenblumen gesät, die seien jetzt aufgegangen und gewachsen. In der Erinnerung an den Engel, hatte er sie letzte Woche Anfang November 2020 alle ernten können und sie einfach verschenkt. Er hätte nur angerufen, weil es ihm so eine Freude gemacht hat und den beschenkten. Er dankte für den Impuls des Engels.

STERNFÖRMIG – Ein Engel auf Rädern 2018

5 Tage, 5 Routen, 5 Möglichkeiten COSMO Calexika zu treffen.

Start – Kino TraumSTERN
Musik ist zu hören, um die Ecke kommt ein Engel gefahren. Skurril, toll und berührend, das Bild. Ist Ihnen schon mal ein Engel auf einem Fahrrad begegnet?
Die Menschen hupen und winken, freuen sich und manch andere finden´s einfach nur schräg. Das ein Engel sich auf den Weg macht und mal hallo sagt und einen Moment verweilt – zaubert ein Lächeln in die Gesichter.
COSMO CALEXIKA hört zu, singt mit jemandem, tanzt, verteilt Komplimente, ist einfach nur mal da, für eine Weile oder wünscht einen schönen Tag.

„Entstanden ist die Idee als Engel über die Dörfer zu fahren beim Wandern 2014 in den Pyrenäen. Das Bild, dass ein Engel auf Rädern über Land fährt – das alleine war in meiner Vorstellung so stark, dass ich mir 2015 ein sehr schnelles E-Bike geleistet habe, um meine Idee, meinen Traum wahr werden zu lassen. – Ich kann nur sagen, was ich erlebt habe, war viel abgefahrener, schöner und besonderer als ich mir je hätte ausdenken wie erträumen können. – Die Kunstfigur schafft Irritation, und Irritation schafft Bewegung.“

Sternförmig 2018*

Kino TraumSTERN

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Einblicke aus einem Reisetagebuch

durch den Kultursommer Mittelhessens

1. Start am Kino Traumstern, durchs Licher Stadttor, um den Rathausbrunnen Kreise ziehend und die Menschen in den Cafés wie auf der Straße im strahlenden Sonnenschein begrüßen. Stopp bei RAD Schmidt – Inspektion des Engelgefährtes.

Den Bürgerpark gekreuzt, am Bahnhof und der Brauerei vorbei, mit kleinen Stopps und nach Langsdorf, vor der Kirche eine Rundschau gemacht, weiter nach Hungen zum Schloss, auf den Marktplatz und ein paar vorsichtige Schritte in die Käsescheune.

„Kannst Du bitte bei einer Freundin in Rabertshausen vorbei“ – liegt sowieso auf der Route und wird prompt gemacht. Über Felder an Straßen mit Wäldern vorbei nach Harb, Richtung Nidda –

Anschließend in Bad Salzhausen durch den Kurpark, eine Hochzeit beglückt, bei der sich alle nicht sicher waren ob nun die Braut oder der Bräutigam den Engel bestellt hat…eine Pause im wunderbaren Café Bistro „SALZBACH“…auf dem Rückweg über die kleinen Dörfer Borzdorf, Steinheim, Richtung Inheiden, Bellersheim, Bettenhausen und Muschenheim nach Lich.

2. Ein Besuch in der Alten Klostermühle, an der Burg in Münzenberg vorbei nach Rockenberg in die Seniorenresidenz. Die Tür steht offen, Klänge der Engelsleiter auf dem Flur kann die Dame im Rollstuhl bereits hören: „Ich habe gerade zu meinem Engel gebetet – und da kommst du – ist das toll, ach wie schön…!“

Eine andere Dame (92 Jahre) die bettlägig ist, sieht den Engel, lacht aus vollster Seele, weil sie das nicht fassen kann, atmet tief durch und fragt lachend: „ Ist es schon soweit?“ „Nein, jetzt noch nicht“ „Wahnsinn, hihihi, verrückt.“

Weiter durch Steinfurt an den Rosengärten vorbei durch den Kurpark in Bad Nauheim. Ein kleiner Tanz im Sprudelhof und für einen 5 jährigen mit der Oma ein Video gedreht, hier wird Cosmo Calexika zum`Aufpassgeist`des Hauses.

3. Einige Kinder wünschen diesmal Cosmo Calexika eine gute 3. Fahrt. Beim Buchladen Eckschuster verweilt „HEUTE IST EIN SCHÖNER TAG“ steht nun davor, Baustellen-umfahrungen durch Garbenteich, Menschen winken beim Vorbeifahren, Daumen hoch, lachen, freuen sich, „wie cool“ etc.

In Gießen mit Musik eingefahren, auf dem Marktplatz angekommen, darf sie Botin einer Liebespost werden, ein kleiner Tanz mit einer freundlichen Frau und manche der Markteinkaufenden bekommen eine Erfrischung durch die Luftdusche mit einem Blasebalg, immerhin sind 40 Grad. Geschenke nimmt sie gerne mit: eine Sonnenblume vom Stand nebenan, ein paar Pflaumen von gegenüber und ein Getränk direkt vor Ort. Einen Stern hier und dort vom Himmel herunter gezaubert und auf den Weg gezeichnet.

4. Der Besuch im Kindergarten. Zitat: „Meine befreundete Kollegin berichtete. Es sei der Wahnsinn gewesen. Die Erzieherinnen haben begeistert erzählt, dass der Engel schon lange zu hören war, bevor man ihn sah. Das Mädchen erzählte, alle Kinder seien geflogen – nicht in echt, alle waren noch auf dem Boden. Und der Engel habe ihren Namen gekannt. Das habe sie sehr gewundert!!!“

In Grünberg auf dem Markt mit Musik eingefahren, gelockt wurden Gross und Klein –

Dankesbotin in Reiskirchen: Wein und Blumen überreicht.

5. Cosmo Calexika fährt an einer Frau vorbei: „Jetzt treff ich den Engel auf Rädern ja mal leibhaftig, wie schön…mitfahren? Ich kann nicht so schnell fliegen…“

Die letzte Fahrt, der Stern wird vollständig. Sterne pflastern den Weg, die Cosmo Calexika hinterlassen hat oder so manches sind ein paar Worte zu finden: „Heute ist ein schöner Tag“ an einer Häuserwand, „Grüße aus dem Himmel“ vor einer Bushaltestelle, „Wie schön, dass es Dich gibt“ auf einer Mülltonne – und so lange die Sonne scheint, bleibt es sichtbar.

Auf ihrer Fahrt besuchte sie mit ihrer Engelsleiter (Aureliofone) und Koshis im Gepäck eine WG mit älteren Damen. Sie genossen die kölsche Erfrischung mit zarten Klängen. –

Auf dem Marktplatz in Grünberg gab es eine Schwingungsmessung. Einige Menschen kamen, klein wie groß, die Musik lockte und die Riesenseifenblasen, die wie große wabernde Zauberkugeln an dem wundervollen Ort über die Dachspitzen der mittelalterlichen Kulisse hinweg schwebten, ließen Einige in Kindheitserinnerungen schwelgen. „Ah, Sie sind dafür da, das ich mal einen Moment innehalte!?“ Sagte nach einer Weile ein Mann, der das Ganze beobachtet hatte. –
Im Schlosspark von Laubach wieder an einer Hochzeit vorbei.

So erleben alle ihre eigenen Geschichten, wenn sie Cosmo Calexika begegnen. Wenn sie sich für einen Moment drauf einlassen.

Rathausplatz, Lich

Ich möchte DANKE sagen, bei all denen, die mich unterstützt, sowohl mental, finanziell oder das Projekt mit der Kamera festgehalten haben:

Danke an den Kultur Sommer Mittelhessen und künstLich e.V. die den finanziellen Rahmen geboten haben, damit dieses Projekt stattfinden konnte.

Danke an Rad Schmid für den zuvorkommenden Fahrrad Check.

Danke an Frau Hachemeister für die tolle Kostümerneuerung.

Von Herzen Danke an Ines Susanne Schmid, Hakan Avci und Roman Geyer für die mentale, beratende, künstlerische wie freundschaftliche und filmische Begleitung.

Mehr unter: www.karlaleisen.com